Stipendium der Stadt Graz

Zoltán Danyi

Senta, Serbien

2026/27

Autor und Rosenzüchter

* 1972 in Senta, Jugoslawien

 

Zoltán Danyi studierte moderne Literatur an der Universität von Novi Sad, Serbien, und an der Universität von Szeged, Ungarn. Seit 2003 veröffentlichte er mehrere Bände mit Gedichten und Kurzgeschichten. Sein 2015 erschienener Debütroman „Der Kadaverräumer“ wurde mit renommierten ungarischen Literaturpreisen wie dem Miklós-Mészöly-Preis, dem Tibor-Déry-Preis und dem Milán-Füst-Preis ausgezeichnet.

Die deutsche Übersetzung des Romans stand auf der Shortlist für den HKW-Literaturpreis 2019. Sein zweiter Roman „Rosenroman“ wurde mit dem einzigen unabhängigen ungarischen Literaturpreis, dem Merítés-Preis, ausgezeichnet. Die deutsche Übersetzung des Romans wurde von der Darmstädter Jury zum Buch des Monats 2023 gewählt. Ebenfalls 2023 erschien in der Edition Thanhäuser „Aus dem Tagebuch des Gärtners“.

Zoltán Danyi lebt und züchtet Rosen in Senta, Serbien.

Aus der Jurybegründung

Radikal und einfühlsam, verstörend und soghaft: mit diesen sich auf den ersten Blick widersprechenden Beschreibungen lässt sich die Literatur des Schriftstellers Zoltán Danyi charakterisieren. Bereits mit seinem Debütroman Der Kadaverräumer (2015), der in deutscher Übersetzung 2018 im Suhrkamp-Verlag erschien, gelang es ihm eindrücklich, die jüngere europäische Geschichte mit individuellen Biographien zu verbinden. Der 1972 in Senta geborene Autor übersetzt in dem Buch die Traumata des Jugoslawien-Krieges in eine beinahe fieberhafte, stark rhythmische Prosa, die den persönlichen psychosozialen Folgen des Balkan-Konflikts nachgeht. Auch in seinem darauffolgenden Buch Rosenroman (2023) geht Danyi, selbst Angehöriger der ungarischen Minderheit in Serbien, der Frage nach, wie sich angesichts einer gewalterfüllten Vergangenheit eine lebbare Gegenwart finden lässt, wie umzugehen ist mit Verwundungen, die sich fortwährend in Erinnerung rufen. Gespannt sein darf man auf das Projekt, an dem er in seiner Zeit als Grazer Stadtschreiber arbeiten wird. Nachspüren will er darin den Gründen, die Menschen dazu bewegen, an Orten auszuharren, die sich zunehmend fremd anfühlen, in einer „Heimat“, die sich dem Selbst gegenüber feindselig, ausschließend und bedrohlich verhält. (Aus der Begründung der Jury)

 

Come together mit dem neuen Stadtschreiber Der Kadaverräumer Rosenroman Aus dem Tagebuch des Gärtners
© Róbert Szabó

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