Eröffnung
Mittwoch, 22. April 2026, 18 Uhr

Helden ohne Ruhm

Menschen zwischen Gefahr, Verantwortung und Erinnerung.

Alle Fotografie

22. April 2026 - 29. Mai 2026

Fotogalerie im Grazer Rathaus
Hauptplatz 1, 2. Stock
A-8010 Graz

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Öffnungszeiten
Mo–Fr 8–18 Uhr
an Feiertagen geschlossen

Eintritt barriere/frei

 

Kulturstadträtin Dr. Claudia Unger, das Kulturressort der Stadt Graz und die Kulturvermittlung Steiermark laden zur Doppel-Ausstellung ein.

Tschornobyl, 26. April 1986: Im vierten Reaktor des Kernkraftwerks zerstörte ein Brand nach einer Explosion die Anlage. Große Mengen radioaktiver Stoffe wurden freigesetzt und weite Gebiete verseucht.

Die Doppelausstellung in der Foto- und Jugendgalerie des Grazer Rathauses bietet eine Rückschau auf die Ereignisse von 1986 und verweist auf die menschlichen Folgen, die ihren Lauf zumeist unter dem Radar der öffentlichen Wahrnehmung nehmen. Auch die Auswirkungen des russisch-ukrainischen Krieges finden Raum. Dabei wird deutlich, dass Tschornobyl weit mehr als nur ein Symbol einer vergangenen Katastrophe ist. In diesem Kontext und mit Blick auf die Erfahrungen von Fukushima, bis hin zum aktuellen Diskurs über eine ”Renaissance der Kernenergie” (Ursula von der Leyen), sollen diese Ereignisse als ein Fanal dienen, sich dem Vergessen zu widersetzen und sich der Verantwortung für künftige Generationen bewusst zu werden.

Eröffnung | gestern. heute. morgen.

18:00 Uhr
Rathaus – Gemeinderatssitzungssaal

Begrüßung
Stadtraträtin Dr. Claudia Unger

Zum Projekt
Nadiia Velychko (Charkiw)
Ilya Pavlov, Mariia Norazian (Charkiw / Graz)

Gastrednerin
Prof. Katharina Scherke, Uni Graz

19:00 Uhr
Fotogalerie im Grazer Rathaus, 2. Stock
Jugendgalerie im Grazer Rathaus, 1. Stock

 

 

Dokumentarfotos von Oleg Veklenko zeigen die “Liquidatoren” bei ihrer Arbeit in Gebieten mit hoher Strahlenbelastung und halten den gefährlichen Alltag vor Ort fest. Sie zeigen keine heroischen Szenen, sondern die routinemäßige Arbeit in einer Umgebung, die von der ständigen Präsenz unsichtbarer Strahlung geprägt war.

Oleg Veklenko war in den ersten „heißesten“ zwei Monaten an den Aufräumarbeiten in der Nähe des Kernreaktors beteiligt. Er ist Professor an der Staatlichen Akademie für Design und Kunst in Charkiw und gründete 1991 die Int. Triennale des ökologischen Plakats „The 4th Block“.

Von 24. Februar bis 2. April 2022 besetzten russische Truppen das Gebiet des Kernkraftwerks Tschornobyl und die Sperrzone. Währenddessen arbeitete das Personal des Kraftwerks unter militärischer Aufsicht ohne die Möglichkeit einer Ablösung weiter. 2025 traf eine russische Drohne den Bogen der neuen Sicherheitshülle und beschädigte deren Schutzverkleidung und Dichtungssysteme. Damit wird klar: Die Region bleibt eine Zone anhaltender Gefahr.

Die in der Ausstellung gezeigten Fotos wurden von der Pressestelle des Kernkraftwerks Tschornobyl zur Verfügung gestellt.

Das Dorf Wiltscha [Vilcha, ukrainisch Вільча] wurde nach der Atomkatastrophe von 1986 aus der Sperrzone von Tschornobyl zwangsevakuiert und in den 1990er Jahren in der Region Charkiw neu aufgebaut. Nach der russischen Großinvasion in die Ukraine 2022 befand sich Wiltscha in der Nähe der Frontlinie. Die Bewohner:innen wurden erneut evakuiert und nach Charkiw umgesiedelt.

Fotografien von Nadiia Velychko aus den Jahren 2016 und 2026 dokumentieren dieses doppelte Exil. Sie zeigen die Bewohner:innen beim Besuch ihres alten, verlassenen Dorfs und Portraits von Menschen in ihrer heutigen Zuflucht Charkiw.

 

Ein Projekt in Zusammenarbeit mit Nadiia Velychko, Künstlerin und Dozentin an der Staatlichen Akademie für Design und Kunst in Charkiw und den „The 4th Block“-Kurator:innen Ilya Pavlov, Mariia Norazian und Oleg Veklenko.
Eine Ausstellung der Kulturvermittlung Steiermark, mit freundlicher Unterstützung durch die Pressestelle des KKW Tschornobyl (ChNPP, chnpp.gov.ua).

in Zusammenarbeit mit